Experimente im Wirtschaftsunterricht

Experimente nehmen als methodischer Rahmen für Lehr-Lern-Prozesse im Wirtschaftsunterricht eine zunehmend wachsende Bedeutung ein. Sie eignen sich besonders, um die abstrakte Struktur von typischen wirtschaftlich geprägten Lebenssituationen offenzulegen. Es handelt sich dabei um eine forschungsorientierte Form des Erfahrungslernens, weil die Teilnehmerinnen und Teilnehmer – im Unterschied zu naturwissenschaftlichen Experimenten – als handelnde und entscheidende Akteure stets Bestandteil des experimentellen Settings sind. Innerhalb der simulierten Realität können die Lernenden individuelle Erfahrungen sammeln. Sie werden selbst spielerisch aktiv, sie beobachten ihr eigenes Verhalten und das der anderen und sie setzen sich mit den Ergebnissen der Experimente analytisch auseinander.

Ökonomische Experimente gelten heute als etablierte Methode der Wirtschaftsforschung. Als ‚Classroom Experiments‘ ermöglichen sie Schülerinnen und Schülern einen induktiven, handlungsorientierten Zugang zu fachspezifischen Inhalten. Erste Erfahrungen mit Lehrkräften und Schülern zeigen, dass Experimente durch ihren aktivierenden und zum Teil spielerischen Charakter ein hohes Motivationspotenzial besitzen.

Der Einsatz von Experimenten selbst sichert aber noch keinen Lernerfolg. Die Nachbereitung ist entscheidend, da Unterrichtsexperimente im ersten Schritt vor allem Lernanlässe bieten. Im Oldenburger Experimentallabor Ökonomische Bildung liegt der Fokus auf einer interaktiven Analyse der Experimente unter Berücksichtigung der fachwissenschaftlichen Grundlagen. Über Materialien zur Nachbereitung und Ergebnissicherung wird der Grundstein für die Einbettung der Experimente in den Wirtschaftsunterricht gelegt.